Trumps Gaza-Waffenruhe bringt vertriebene Palästinenser zurück – und löst Hamas-Gegenreaktion aus

Nach zwei Jahren verheerender Kämpfe erlebte Gaza am Freitag zugleich Momente der Erleichterung und der Trauer: Tausende vertriebene Palästinenser kehrten in ihre zerstörten Häuser zurück. Die von US-Präsident Donald J. Trump vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas gilt als bislang größter Schritt in Richtung Frieden seit Beginn des Krieges.

In Gaza-Stadt und Chan Junis liefen Familien durch die Trümmer und suchten nach allem, was sich noch retten ließ. „Der Ort ist zerstört, die Häuser meiner Nachbarn sind zerstört, ganze Viertel sind ausgelöscht“, sagte Ismail Zayda im Stadtteil Scheich Radwan. Gesundheitsbehörden meldeten, dass etwa 100 Leichen geborgen wurden, nachdem sich israelische Truppen aus den städtischen Gebieten zurückgezogen hatten.

Die Vereinbarung verpflichtet israelische Einheiten, binnen 24 Stunden aus dicht besiedelten Gebieten abzuziehen – wenngleich sie weiterhin mehr als die Hälfte des Küstenstreifens kontrollieren. Im Gegenzug muss die Hamas binnen drei Tagen 20 noch lebende israelische Geiseln freilassen; dafür kommen Hunderte palästinensische Häftlinge frei. Hilfskonvois mit Lebensmitteln und Medikamenten sollen in das Gebiet gelangen, in dem die Lage nach wie vor katastrophal ist.

Ungewisser Weg zum Frieden

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warnte, Truppen würden in Gaza bleiben, bis die Hamas entwaffnet sei; das könne „auf die leichte oder auf die harte Tour“ geschehen. Hamas-Führer Chalil al-Hayya erklärte hingegen, er habe von den USA und den Vermittlern die Zusage erhalten, dass der Krieg beendet sei.

Der Konflikt, ausgelöst durch den Hamas-Angriff im Oktober 2023, bei dem 1.200 Israelis getötet wurden und der bis heute mehr als 67.000 Palästinensern das Leben kostete, hat die Region schwer gezeichnet und destabilisiert.

Trump will in den kommenden Tagen in den Nahen Osten reisen, vor dem israelischen Parlament sprechen und möglicherweise an einem Friedensgipfel in Ägypten teilnehmen. Sein 20-Punkte-Plan sieht ein „Board of Peace“ vor, geleitet von ihm selbst und dem früheren britischen Premier Tony Blair, das den Wiederaufbau Gazas überwachen soll. Die Hamas lehnt jedoch jede ausländische Aufsicht ab, sodass offen bleibt, wie der nächste Schritt Richtung Frieden aussehen könnte.